Willkommen bei Edi Graf´s Wanderung,
                 in Menzenschwand......

          

Hirschen Menzenschwand

Einladend grüßt der breite Giebel des alten Schwarzwaldhauses, wenn man von Schluchsee kommend, ins Menzenschwander Hinterdorf hinunterfährt. 

Der „Hirschen“ ist ein Traditionsbetrieb, darauf legt Gottfried Staron, der aus dem Schwäbischen stammende Wirt, spürbar Wert.  

1988 hat er den Hirschen übernommen und führt das Hotel in einer Mischung aus Tradition und Moderne.  

Das spiegelt sich auch in der Speisekarte, wo Zwiebelrostbraten Küche.mit frischem Marktsalat vom Büffet neben Zanderfilet auf püriertem Spinat mit Limettenschaum zu finden ist.

Traditionelle Gastlichkeit mit regionaler Küche.

1733 wurde der „Hirschen“ als Bauernhof erbaut, fünfzig Jahre später vom damaligen Fürstabt Gebert aus dem benachbarten St. Blasien zum Wirtshaus umfunktioniert:   

man brauchte eine Herberge für die Priester, die aus St. Blasien mit der Kutsche zum Gottesdienst nach Menzenschwand anreisten.  

Der Hirschen atmet seine Geschichte bis zum heutigen Tag, das spürt der Gast sofort,  

wenn er das über 270 Jahre alte Haus betritt und in der großzügigen Halle mit rustikalem Treppenhaus und Kachelofen von präpariertem Dachs und Birkhahn begrüßt wird.

Der schwäbische Koch legt bei seinen Zutaten Wert auf regionale Ware, kurze Wege und Frische. 

Das nicht durchsehnte vorgereifte Fleisch lässt er selbst bis zum idealen Zeitpunkt abhängen, die Kartoffeln kommen aus dem nahen Rheintal,  

werden in abgekochtem Zustand nur kurz mit etwas Butterschmalz angebraten, damit „Farbe und Power“ stimmen, und kurz bevor sie aus der Pfanne kommen,   

liefern Zwiebel und Speck die richtige Würze, dazu noch etwas Salz und als Krönung die in Mehl melierten Röstzwiebeln.

Heute tritt Sohn Markus in die Fußstapfen seines Vaters, lernt Hotelfachmann, und hat den Weinkeller um 2000 Flaschen erweitert.    

Eine Hausspezialität ist der Himbeergeist, den der Hirschenwirt von einem Familienbetrieb in Achern bezieht  

und durch eine tief gefrorene Himbeere aromatisiert. Wer’s lieber süß mag, sollte nicht auf die Schwarzwälder Kirschtorte verzichten, eine Kreation der Wirtin Susanne Klose.
Tipp: Der Fallschirmjäger Teller;zarteste Filest vom Schein und Rind,auf deftigen Bratkertoffeln mit Speck und Zwiebeln.

„Die regionale Küche ist nicht ausgedacht, weil sie gerade schick ist,
sondern wird gelebt, weil sie zum Alltag gehört.“ (Gottfried Staron)

und hier "Bombenspiel":

Samstag 20. März, Menzenschwand, Schwarzwald Noch 82 Tage

  • Das Tal mit dem schmalen Flüsschen namens Alb, das sich durch die verschneite Landschaft des Schwarzwalds schlängelte,
    war ein Paradies für Langläufer. Die Loipen waren seit Tagen gespurt, und schon in den frühen Morgenstunden waren die ersten Wintersportler in der kalten Luft unterwegs.
  • Der ›Hirschen‹ lag verträumt in der Mittagssonne, die sich nach langem Aufstieg mühevoll ihren Weg über die Schwarzwaldhügel im Osten gebahnt hatte
    und jetzt von Süden her das Tal erwärmte, nur für wenige Stunden, und viel zu kurz, um die Schneemassen zum Tauen zu bringen.
    Draußen auf der Terrasse des gemütlichen Traditionshotels, von dessen Stirnseite bunte Fahnen und der künstliche Kopf eines Hirsches die Besucher grüßten,
    hatte Susanne, die junge Wirtin, die ersten Liegestühle aufgestellt, und einige Gäste, die, angelockt von der guten Küche des Hauses,
    hier zu Mittag gegessen hatten, gönnten sich eine Ruhepause in der Wintersonne, mit Wolldecken gegen die kalte Luft geschützt.
  • Linda Roloff kam mit ihrer elfjährigen Tochter Sarah jeden Winter für ein verlängertes Wochenende hierher. Diesmal waren einige Freunde und auch Alan dabei.
    Von Tübingen aus benötigte sie keine zwei Stunden über die A81 und dann durch den Schwarzwald, am romantischen Titisee vorbei,
    Richtung Feldberg, vorm Schluchsee rechts ab und über ein paar Serpentinen bergauf und bergab hinunter in das Hinterdorf, den verträumten,
    am Ende des Albtals gelegenen Ortsteil von Menzenschwand.
  • Es war Urlaub für die Seele, denn Gottfried, der aus dem Schwäbischen stammende prächtige Wirt und Chefkoch
    und seine reizende Frau Susanne verwöhnten ihre Gäste in dem altehrwürdigen Haus nicht nur kulinarisch. Jeder Abend,
    den Linda mit ihren Freunden und der Wirtsfamilie in der gemütlichen Gaststube verbrachte, war geprägt von Herzlichkeit und viel Gelächter,
    und gekrönt von der Spezialität des Hauses, den selbst gebrannten Himbeergeist.
  • Dieser war nicht nur eine hervorragende Verdauungshilfe für den üppig garnierten ›Fallschirmjägerteller‹,
    den Linda traditionsgemäß am ersten Abend genoss, sondern auch ein Schelmenstück von Gottfried par excellence.
    Nicht nur, dass der Himbeergeist in seinem Haus einfach dem Schwarzwälder Kirsch den ersten Rang in der Beliebtheitsskala ablief,
    nein, Gottfried krönte den puren klaren Schnapsgenuss noch durch Hinzufügen einer tiefgefrorenen Himbeere und stellte außerdem die Spielregel auf,
    dass der Klare auf Ex zu trinken war und dabei die Frucht aus dem Glas gekippt werden musste. Wem dies nicht gelang,
    war für die nächste Runde Himbeergeist zuständig. Dies war allerdings leicht zu manipulieren und Gottfried machte sich immer wieder einen Spaß daraus,
    gewissen Gästen die Himbeere besonders tief und fest ins Glas zu drücken.
  • Alan Scott spürte an seinem Brummschädel, dass er am Abend zuvor offensichtlich von Gottfried zum ›Schluckspecht‹ auserkoren worden war,
    ständig war seine Himbeere im Glas zurückgeblieben, und die nächste Runde unvermeidlich gewesen.
    Nach fünf Himbeergeist hatte er aufgehört zu zählen und irgendwann festgestellt, dass sich Gottfried in sein Schlafzimmer zurückgezogen hatte.
    Er wusste heute nicht mehr, wie und wann er wirklich ins Bett gekommen war.
  • Er war allein aufgewacht. Linda war offensichtlich schon aufgestanden und auf der Loipe unterwegs und Sarah hatte sich nach dem Frühstück ins Spielzimmer verkrochen.
    Alan blieb noch ein paar Minuten mit geschlossenen Augen liegen, um seinen Träumen nachzuhängen. Linda und er.
    Die Frau, derentwegen er Afrika verlassen hatte.
    Sie hatte es geschafft, ihn mit ihrem Lächeln um den Finger zu wickeln, ihn mit ihrer Liebe an sich zu binden und ihm Herzklopfen zu verursachen,
    wenn er nur an sie dachte. Ein Kerl wie du, dachte er, der sich in Afrika sein Steak vom Löwenriss holt und zu Fuß durch eine Büffelherde spaziert,
    verliebt sich über beide Ohren in eine deutsche Journalistin und gibt seine Freiheit für sie auf.
  • Manchmal warf er sich vor, ein Narr zu sein, dann, wenn sie ihn Abend für Abend versetzte,
    weil ein Nachtdienst den anderen jagte und sie ein geplantes gemeinsames Essen wieder nicht in ihren Kalender eingetragen hatte.
    Idiot, sagte er zu sich selbst, wenn er stundenlang auf die Beantwortung einer SMS wartete und ihn das Handy schwarz und stumm anstarrte.
    Und dann, Stunden später, wenn sie ihn aus dem Schlaf klingelte und er ihre Stimme hörte, war aller Zorn vergessen und er lag ihr wieder zu Füßen.
  • Er war ihr verfallen, das spürte er, doch er wusste auch, dass es nicht ewig so weitergehen konnte. Er brauchte einen Job, wollte nicht nur von ihr abhängig sein.
    Und er sehnte sich nach Afrika. Mehr, als er Linda gegenüber zugab.
  • Mühsam hievte er seinen Oberkörper aus dem Bett, blieb einen Augenblick sitzen, um den Schwindel in seinem Kopf in den Griff zu bekommen und schwor sich,
    nie wieder auf Gottfrieds Himbeergeist hereinzufallen. Der Mann aus Afrika war den deutschen Schnaps einfach nicht gewöhnt.

                                                       

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